Die Mamas wissen es

“Eine Mutter denkt dann an das Wohlergehen der Kinder auch, indem sie sie dazu erzieht,den Schwierigkeiten des Lebens entgegenzutreten […] hilft den Kindern, die Probleme des Lebens mit realistischem Blick zu betrachten und sich nicht in ihnen zu verlieren, sondern sie mutig in Angriff zu nehmen  […]  sorgt sich vor allem um das Wohlergehen ihrer Kinder, sie weiß sie immer mit großer und zärtlicher Liebe zu pflegen […] eine gute Mutter hilft auch, endgültige Entscheidungen in Freiheit zu treffen.” So hat Papst Franziskus die Rolle der Mutter in seiner Ansprache letzten Samstag in Santa Maria Maggiore erklärt.

Eigentlich wollte ich den Eintrag nicht mit einem Zitat des Papstes beginnen, aber seine entwaffnende Sicherheit hat mich überzeugt. Tatsächlich hatte ich, bevor ich diese wunderschöne Ansprache gelesen habe, für diesen Eintag über die Mama einen herzzerreißenden Anfang aus dem Kino geplant. Ich war mir unsicher zwischen dem “Warum liebst Du mich nicht Jenny?” aus Forrest Gump und einem Zitat aus Das Geheimnis des Marcellino. Marcellino, aufgewachsen in einem Kloster von Mönchen, ohne Mutter betrachtet Jesu am Kreuz und fragt ” Wie sind die Mamas? Was machen sie?”. Ich gebe zu: noch bevor die Antwort Jesu kommt (” Die Mütter geben, sie geben alles, das Leben und das Licht der Augen für die Kinder”), befinde ich mich schon mit Gänsehaut  in einem Fluss von Tränen.

Denn eigentlich ist es nicht so einfach zu erklären wie Mütter sind, obwohl ich Tochter und Mutter von zwei Kindern bin. Mir kommen in erster Linie Bilder in den Sinn, noch vor den Fotos meiner Mutter mit mir oder meiner Schwester im Arm oder meinen mit meinen Kindern denke ich an die Madonna der Zärtlichkeit, und dann an die Heilige Gianna Beretta Molla und Mutter Teresa, wobei die Liste unendlich ist.  Und dann muss ich zugeben, dass ich ganz am Ende auch an Elastigirl, die Mamma aus dem Film “Die Unglaublichen”denke. Die Superheldin hat als übernatürliche Kräfte die Elastizität, die ihr eben erlaubt für ihre Kinder, die ihrerseits Superhelden sind, überall hin zu kommen.  Denn so sind die Mütter, eine Mischung aus Sorge und Liebe, Erschöpfung und Bemühung, Zärtlichkeit und eine gute Dosis von Heldentum, die in der Annahme des anderen ihren Ursprung hat und sich in eine zärtliche Autorität verwandelt.

Ich versteh nicht genau wie das funktioniert, aber wenn sich der Körper für das Werk der Gnade öffnet, in dem es ein anderes Leben annimmt,entdeckt eine Frau das doppelte, dreifache, vierfache zu sein, dass die Öffnung der Arme und des Herzens eine speziell grosse Spannweite haben, dass sie sich aufgeben kann ohne es zu bereuen; und sie entdeckt dass sie auch mit einer gute Portion von Angst und Sorge ausgestattet ist, die sich offenbart wenn die Kinder klein sind, aber auch noch viel später. Und dann mit der Zeit, immer dank der Gnade, entwickelt sie die Superkräfte, der Elastizität, die ihr erlauben sich auf tausend unterschiedliche Aktivitäten auszubreiten, der verstärkten Sicht, mit ein paar unsichtbaren Augen die bei Gelegenheit am Hinterkopf wachsen, um auch bei einer Entfernung von mehreren Metern (oder auch Kilometern) zu sehen. Um nicht von dem Supergehör zu sprechen, das ihr erlaubt  Unterhaltungen und Klagen zu hören, die nur mit halb offenem Mund gemurmelt werden, den Ultra Geruchssinn, mit dem sie die Lügen wittert, die Intuition für Gesichtsausdrücke, von der Tim Roth aus “Lie to me” nur träumen kann und der Fähigkeit alle zu überzeugen, vom Briefträger zum Gärtner, der sich besser anziehen sollte, denn man weiss ja nie mit diesen Windstößen, und die Treppen steigt man sowieso nur hoch in dem man sich am Geländer festhält.

Eine Mutter erzieht und pflegt, und schenk alles Gute was auch ihr geschenkt wurde, nur noch mehr und besser, und sie lehrt Situationen einzuschätzen (zum Beispiel, wann es angebracht wäre ein Unterhemd anzuziehen, das ist eines der Themen wo sie immer recht hat), danke zu sagen, sich zu entschuldigen, aber auch ein Spiegelei zu kochen, oder ein Hemd zu bügeln; sie zeigt ihren Kindern wie man auf der Welt ist.

In der Gewohnheit sich für die anderen aufzugeben, ersparen sich die Mütter auch keine Fehler, die sie einstecken und damit die Etappen bis zur Trennung markieren. Da unter den Dingen die die Mütter machen, an einem bestimmten Punkt, auch das Loslassen der Zügel, das Gehenlassen ist, denn so wie es der Papst erklärt hat”helfen uns die Mütter zu wachen, das Leben zu bewältigen, frei zu sein und endgültige Entscheidungen in Freiheit zu treffen”. Genauso wie die Jungfrau Maria, Mutter Gottes das Modell aller Mütter ist, auch der Frauen die keine eigenen Kinder haben, aber die durch ihr geöffnetes Herz Mütter der Schwächeren geworden sind, der Verlassenen, der einsamen Frauen die es nicht alleine schaffen, und die ihre Kinder nicht wollen, und der vergessenen Kinder, oder entrissenen.

Wie Maria, lehren uns die Mütter “fruchtbar zu sein, für das Leben offen zu sein und immer Früchte des Guten zu bringen, Früchte der Freude, Früchte der Hoffnung, niemals die Hoffnung zu verlieren, den anderen das Leben zu schenken, physisch und geistlich” und sie erinnern jede Frau an den tiefen Sinn ihres eigenen Lebens, dass sie durch das  Annehmen, aufziehend und erziehend, dahin gelangen in jedem Menschen das Wunder der Liebe zu sehen, ein Meisterwerk der Schönheit, ein Geheimnis der Gnade.

Wie Maria, bleiben die Mütter letztendlich immer schön, auch wenn sie altern “werden sie nie hässlich” lehrt Jesus Marcellino. Wir Kinder wissen das sehr gut, und unsere Handarbeiten oder Bilder aus der Grundschule, die die sie in der Schublade ihres Nachttisches, als wäre es ihr wertvollster Schatz,  aufgehoben hat, sind dort um uns immer daran zu erinnern.

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