Apropos Familie

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Da hier in Italien die Sommerferien besonders lang sind, hatte ich in den letzten Monaten, viele Gelegenheiten, Zeit mit der Familie zu verbringen. Mit meiner kleinen aber auch mit der Grossfamilie.

Ich muss sagen, dass ich einige Dinge wiederentdeckt habe, die ich vergessen hatte: wie zum Beispiel wie gross und laut Familien sind, aber auch wie viel Aufmerksamkeit und Zuneigung in ihnen beherbergt ist, und auch wie schnell die Zeit vergeht, das was gestern noch Gegenwart war ist heute schon eine Erinnerung, die denen erzählt wird, die zu jung waren um sie zu erleben. Ich habe auch wiederentdeckt, wie man in der Familie die Nostalgie für diejenigen, die nicht mehr unter uns sind, noch stärker empfindet. Gott sei Dank nicht mit Wut oder Groll, sondern einfach, weil unter den vielen Stimmen und den vielen Gesichtern, die man gern hat, jemand wesentliches fehlt.

Durch den Kontakt mit der Familie entdeckt man wie sie wirklich gemacht ist, kostet die Nuancen aus, sieht die Fehler und die Makel, aber versteht auch die Kraft bestimmter Wurzeln, die Solidität bestimmter Lehren und Traditionen, die Bedeutung bestimmter Orte, Geschichten, Wörter und Fotografien. Und man entdeckt noch besser was Familie ist.

Hass und Liebe, Zärtlichkeit und Strenge, “Aufnahme” und Einsamkeit:genau diese Abwechslung von Gegensätzen macht die Familie aus. Familie ist der Mut zusammen mit der Furcht, eines jeden der gewählt hat, mit wem er eine Zukunft konstruieren, ein Haus bauen und Kinder aufziehen will. Man nimmt in ihr die Freuden und die Schmerzen entgegen, fährt fort Traditionen zu pflegen oder kreiert neue. Familie ist die Kraft zu verzichten, und die Fehler und Schwierigkeiten der anderen zu akzeptieren.  Sie ist, sich in schweren Zeiten gegenseitig zu stützen, und die Freude der schönen Momente miteinander zu teilen: sie ist die Solidität mit der man einen Weg zeichnet auf dem man die Kleinsten wachsen lässt, um sie dann frei zu lassen selbst neue Pfade zu markieren. Sie ist Mann und Frau, Vater und Mutter, Wurzel, Erinnerung, Tradition und Neuigkeit, sich abwechselnder Generationen in aufeinander folgenden Jahreszeiten, seit es den Weinstock gibt.

Ich kenne viele, für die, die Gruppe der Freunde, die Arbeitskollegen oder sogar der Katzen- oder Hundezuchtverein Familie bedeutet: all das was uns gut gehen lässt, das uns Frieden schenkt und uns keine Probleme bereitet, ist Familie. Ich glaube nicht das es so ist. In der Familie geht es einem nicht immer gut: es gibt mühevolle Momente, Situationen in denen es schwierig ist gut auszukommen, man hat Auseinandersetzungen, man streitet, es gibt sogar Familien in denen man seit Jahren nicht mehr miteinander spricht und man sich nie sieht. Wirklichkeiten von denen man gerne Distanz nehmen würde, aber trotzdem ist die Familie der Ausgangspunkt und die Möglichkeit zur Erneuerung für viele Lebenswege. All diejenigen die den Schmerz einer zerstörten Familie erfahren haben, können von diesem Leid aus wiederbeginnen und etwas anderes suchen, können sich eine Zukunft konstruieren die beladen ist mit Schönheit, Liebe und Unbeschwertheit, die sie bisher nicht hatten.

Man unterstehe sich aber nur die Fehler, den Groll und den Neid von einer Generation an die nächste weiterzugeben, oder von den eigenen Vätern nur die Gewohnheit der Verschlossenheit und der Einsamkeit zu übernehmen. Denn keine Familie ist gleich, und jede Familie ist Ausgangspunkt, und hat das Zeug dazu Gutes wachsen zu lassen. Sie ist eine privilegierte Schule in der man aus der Beziehung mit den Geschwistern lernt was Respekt  und das Empfangen anderer bedeutet. Man lernt die grundlegenden Regeln des Zusammenlebens und den Wert der Vergebung.

Das Problem ist, dass wir es oft vergessen und auch dass wir uns zu oft beirren lassen. In Frankreich gibt es Leute, die dafür kämpfen den Wert der Familie, gegründet auf der Union zwischen Mann und Frau, zu verteidigen. Sie tun das, um das sehr einfache aber wesentliche Konzept zu unterstreichen, dass wir alle von dort her kommen. In Italien hat man vor einiger Zeit auch angefangen dafür zu kämpfen und auch in Deutschland gab es im letzen Monat die erste Demonstration. Warum? Weil das offensichtlich die Zeit ist, in der man die Sicherheiten betonen muss, es ist der Moment in dem man daran erinnern muss, was am Ursprung und in der Zukunft eines jeden von uns ist.

(http://www.gabriele-kuby.de/wortmeldungen/die-zukunft-gehoert-uns/)

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